anmelden
Willkommen auf der Homepage der Gesellschaft zu Schuhmachern Bern

Michel Voutat, Obmann

Liebe Stubengenossinnen und Stubengenossen

 

Wie war das schön, am Kinderfest vom 4. September, so viele Kinder und am Zunftmarsch vom 11. September im Grandhotel Giessbach so viele Zunftangehörige begrüssen zu dürfen! Endlich dürfen wieder Zunftanlässe durchgeführt werden, und unser Entscheid, die Anlässe zu verschieben, hat sich schlussendlich doch gelohnt.

 

Zu einem ernsteren Thema: Am Vorgesetztenbott vom 13. September mussten wir einen einschneidenden Entscheid betreffend Sozialhilfe fällen. Um was geht es genau und wie kam es dazu?

 

Auf den 1. Januar 2022 werden im sozialen Bereich zwei Gesetze in Kraft treten, welche Auswirkungen auf die sozialhilfeleistenden Burgergemeinden, Gesellschaften und Zünfte (BG/G/Z) haben werden.

 

 - Gesetz über die sozialen Leistungsangebote (SLG): Der Grosse Rat hat im September 2020 einer hälftigen Teilung der institutionellen Sozialhilfekosten im einvernehmlichen Bereich durch den Kanton zugestimmt. Die Lösung ist rechtstechnisch so umgesetzt, dass sie auch gelten wird, wenn es um die Übernahme von Vollzugskosten durch die BG/G/Z im Rahmen des Justizvollzugs geht.

 

- Gesetz über die Leistungen für Kinder mit besonderem Förder- und Schutzbedarf (Kinderförder- und Schutzgesetz KSFG): Auch hier hat der Grosse Rat einer hälftigen Kostentragung für die einvernehmlichen Kindsschutz- und Fördermassnahmen zugestimmt.

 

Die Revision des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe (SHG) ist voraussichtlich für das Jahr 2025 geplant. Eine Revision des Gesetzes über den Kindes- und Erwachsenenschutz (KESG) und damit der behördlich angeordneten Massnahmen ist nicht geplant, was bedeutet, dass diese Kosten weiterhin vollumfänglich von den BG/G/Z getragen werden müssen, soweit sie nicht den betroffenen Personen auferlegt werden können.

 

Ist-Zustand: Die BG/G/Z sind verantwortlich für die wirtschaftliche Sozialhilfe ihrer im Kanton Bern wohnhaften Angehörigen. Sie bestimmen frei, ob, und wenn ja, in welchem Umfang sie Dienstleistungen des von der Burgergemeinde Bern betriebenen Burgerlichen Sozialzentrums (BSZ) beanspruchen wollen. Für die Sozialhilfe besteht eine Vollkostenrechnung an die BG/G/Z.

 

Konsequenzen aus dem Obgenannten: Die hälftige Kostentragung mit dem Kanton hat seinen Preis. Der Kanton hat in Aussicht gestellt, sein Engagement mit einer vermehrten Kontrolle Michel Voutat, Obmann VORWORT 5 bzw. mit Vorgaben an die BG/G/Z hinsichtlich Organisation und Professionalität zu verbinden. Im Weiteren hat er definiert, dass er die Abrechnung über eine einzige Ansprechstelle vornehmen wird. Damit die Umsetzung dieser detaillierten Vorgaben gelingt, ist es unabdingbar, dass die BG/ G/Z gemeinsam sicherstellen, dass sie die Sozialhilfe und den einvernehmlichen Kindsschutz für ihre Angehörigen mit gleicher Fachlichkeit und Professionalität wie die Einwohnergemeinden erbringen. Nur wenn die BG/G/Z die neuen Vorgaben für Kindsschutzmassnahmen nach dem neuen KFSG erfüllen, werden wir für den Kanton ein glaubwürdiger Vertragspartner sein.

 

Mit der bestehenden paritätischen Arbeitsgruppe mit Vertretern aus der Zunftpräsidentenkonferenz (ZPK) und dem Kleinen Burgerrat (KBR), kurz «Gruppetto» genannt, besteht ein nützliches, sinnvolles und breit akzeptiertes Gremium, um die anstehenden Anpassungsarbeiten in den entsprechenden BG/G/Z anzuschieben und ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

 

Das «Gruppetto» hat mehrere Varianten erarbeitet, wie es den BG/G/Z gemeinsam gelingen kann, die neuen rechtlichen Anforderungen zur Aufgabenwahrnehmung zu erfüllen.

 

Das Modell 2, welches mit der Gesundheits-, Sozialhilfe- und Integrationsdirektion des Kantons Bern abgesprochen wurde, sieht nun vor, dass die operativen Sozialhilfeaufgaben nach Art. 19 SHG vollumfänglich durch das Burgerliche Sozialzentrum der Burgergemeinde Bern (BSZ) wahrgenommen werden. Die dort angestellten Mitarbeitenden erfüllen als ausgebildete Sozialarbeitende die fachlichen Voraussetzungen. In diesem Modell erhält das BSZ die gleichen Entscheid- und Finanzkompetenzen für die Wahrnehmung der operativen Aufgaben von Art. 19 SHG wie ein Einwohnersozialdienst.

 

Für die Wahrnehmung der strategischen Aufgaben gemäss Art. 17 SHG bleiben grundsätzlich weiterhin die einzelnen BG/G/Z zuständig sein, d.h. jede BG/G/Z behält ihr strategisches Organ und ihre strategische Verantwortung. Die Aufgaben der Almosnerin müssen jedoch überdacht und angepasst werden.

 

Mittels eines einheitlichen Vertrages, der für alle gelten soll, soll sichergestellt werden, dass das Konstrukt funktioniert und eine einheitliche Handhabung erfolgt. Diese Organisationsstruktur soll mindestens bis zur Revision des SHG gelten.

 

Nach einer ausführlichen Diskussion mit einer Delegation der burgerlichen Sozialkommission hat das VGB schweren Herzens der Übertragung sämtlicher Sozialhilfen zugestimmt und wird den Vertrag mit dem BSZ demnächst unterzeichnen. Am Grossen Bott vom 3. Dezember werden wir über dieses Thema informieren.

 

Bei der Lektüre des vorliegenden Zunftbriefes wünsche ich Ihnen viel Vergnügen und freue mich, Sie bald wieder an einem Zunftanlass begrüssen zu dürfen.

 

Zünftigi Schuemacher-Grüess und häbet witerhin Sorg!

Michel Voutat, Öje Obme

Aktuelle Anlässe (unter Vorbehalt der Covid-Situation)
Aktueller Zunftbrief

Hier können Sie den aktuellen Zunftbrief herunterladen. Ältere Ausgaben des Zunftbriefs finden Sie im entsprechenden Ordner (Zunftbriefe).


JuBu

Hier finden Sie die neusten Informationen zur JuBu:

 

JuBu-Infos 2021

Antrag für eine Mitgliedschaft im JuBu-Rat

Infos zum JuBu-Rat

 

Weitere Informationen finden Sie auf https://jububern.ch/