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Willkommen auf der Homepage der Gesellschaft zu Schuhmachern Bern

Michel Voutat, ObmannLiebe Stubengenossinnen, liebe Stubengenossen,


Eine Terminänderung: Das Grosse Bott im Dezember findet nicht - wie zuerst kommuniziert - am Freitag 6. Dezember, sondern ausnahmsweise an einem Donnerstag, am 5. Dezember 2019 um 18.30 Uhr auf der Zunftstube statt. Bitte den Termin schon heute vormerken/blockieren.

Die Schweiz ist ein reiches Land. Und trotzdem leben nicht alle Mitbürgerinnen und Mitbürger auf der Sonnenseite. Die allermeisten unverschuldet. Obwohl vielerorts Individualismus und Egoismus grassieren, ist die Schweiz ein sozialer Rechtsstaat, in dem einkommensschwächere, bedürftige Personen nach transparenten Regeln von Gemeinden oder Kantonen unterstützt werden. Wir sind eine Gemeinschaft, in der gut und sehr gut Verdienende via Steuern den Grundbedarf von Mitmenschen mitfinanzieren, die auf der Schattenseite der Gesellschaft leben.

Mit einem komplexen System von Massnahmen (Arbeitslosengeld, Invalidengeld, Vergünstigung von Krankenkassenprämien, Ergänzungsleistungen, Sozialhilfe etc.) unterstützen Bund, Kantone und Gemeinden Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in Not geraten sind. Auch unsere Gesellschaft ist ein Rad in diesem sozialpolitischen Netz: Als öffentlich-rechtliche Körperschaft (Gemeinde) sind wir zur Unterstützung unserer bedürftigen, im Kanton Bern lebenden Zunftangehörigen verpflichtet. Sozialhilfebehörde ist das Vorgesetztenbott. Laut Art. 33 unserer Satzungen obliegt die Aus- und Durchführung der Sozialhilfe unserer Almosnerin.

Sie betreut unsere bedürftigen Stubengenossinnen und Stubengenossen nach Massgabe des kantonalen Gesetzes über die Sozialhilfe und gemäss dessen Ausführungsbestimmungen. Bei der Bemessung der Unterstützungsbeiträge wendet sie die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) sowie die Weisungen der Berner Konferenz für Sozialhilfe, Kindes- und Erwachsenenschutz (BKSE) an. Nach Rücksprache mit dem Vorgesetztenbott trifft sie konkrete Massnahmen zum Wohl der Klientinnen und Klienten. Neben der Ausarbeitung von Budget und Beratungsleistungen ist der menschliche Kontakt eine ihrer zentralen Aufgaben. Wir sind eine der wenigen Gesellschaften und Zünfte, welche die Fallführung noch selber betreut. 10 Gesellschaften und Zünfte haben die Betreuung der Klientinnen und Klienten infolge fehlender fachlichen und zeitlichen Ressourcen an das Burgerliche Sozialzentrum abgetreten.

Ich danke Annette Bühlmann Steiner an dieser Stelle sehr herzlich für ihr grosses Engagement, für ihre hohe Sozialkompetenz, aber auch für ihre Budgettreue gegenüber dem Vorgesetztenbott und dem Grossen Bott. Wer jetzt gerne mehr Details oder gar die Namen unserer Sozialhilfebezüger erfahren möchte, den muss ich enttäuschen. Der Schutz der Personendaten sowie die Privatsphäre unserer Klientinnen und Klienten geniessen einen sehr hohen Stellenwert. Gemäss kantonalem Sozialhilfegesetz, aber auch laut unseren Satzungen ist eine Herausgabe von persönlichen Daten aus dem Almosnerdossier untersagt, ja sogar unter Strafe gestellt. Das ist gut so: Wir wollen weder Sozialneid noch Mitleid schüren noch übertriebenen «Gwunder» stillen.

Wichtiger als die Namen zu kennen, ist, dass Sie, liebe Stubengenossinnen und Stubengenossen wissen, dass das Vorgesetztenbott der Sozialhilfe höchste Priorität einräumt. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Neben der finanziellen Unterstützung und menschlichen Hilfe hat unsere Tätigkeit auch eine politische Wirkung: Durch die Erfüllung des Sozialhilfeauftrags legitimieren wir unsere Existenzberechtigung als burgerliche Institution gegenüber der Berner Bevölkerung, aber speziell auch gegenüber Bund, Kanton und Gemeinden.

Derzeit wird im Kanton Bern viel über den Sinn oder Unsinn von Kürzungen bei der Sozialhilfe gestritten. Im kommenden Mai steht eine heisse Volksabstimmung über das neue Sozialhilfegesetz und einen Gegenvorschlag an. In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen versichern, dass wir zu unserer gesetzlichen Sozialhilfeverpflichtung stehen und uns auch in Zukunft an die geltenden SKOS-Richtlinien halten wollen. Wer an dieser Stelle einwendet, die Sozialhilfe sei für unsere Gesellschaft ein finanzielles Risiko, den erinnere ich an die Gründung des «Burgerlichen Sozialtopfs». In dieser Stiftung haben sich im vergangenen Jahr die 13 Berner Gesellschaften, Zünfte sowie die Burgergemeinde verpflichtet, sich bei grossen finanziellen Notlagen gegenseitig zu unterstützen. Wir hoffen sehr,dass dieser Fall nie eintreten wird.


 

Härzlechi Schuemacher-Grüess 

Michel Voutat, Öje Obme

1.4.2019

Aktueller Zunftbrief
Hier können Sie den aktuellen Zunftbrief als PDF sowie das Zunftgeldformular herunterladen.

Zunftanlässe
12.06.2019 13:00
Stöcklifuer-Ausflug (64+)

 

 
07.09.2019 14:00
Zunftmarsch, Insel
 
16.10.2019 17:30
Afterwork Apéro (ab 18 - 99+)
 
05.12.2019 18:30
Grosses Bott, Zunftstube