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Willkommen auf der Homepage der Gesellschaft zu Schuhmachern Bern

Michel Voutat, Obmann

Liebe Stubengenossinnen und Stubengenossen

 

Wenn Sie erwarten, dass ich an dieser Stelle über die Covid-Pandemie schreibe, dann muss ich Sie enttäuschen. Genau wie Sie habe auch ich genug von diesem Thema und sehne mich nach einer baldigen Normalisierung des privaten wie beruflichen Alltags. Lieber schreibe ich an dieser Stelle über Erfreuliches, Erbauendes, Motivierendes: über Jubiläen.

 

Wir alle feiern gerne Geburtstage, Hochzeitstage, Arbeitsjubiläen, Gedenktage. Ein Jubiläum feiert in diesem Jahr auch das Berner Münster: Vor 600 Jahren, am 11. März 1421, wurde auf Höhe des Rathauses, auf der gegenüberliegenden Seite der Gerechtigkeitsgasse, der Grundstein für das spätgotische Münster gelegt. Die Wahl des Bauplatzes war kein Zufall: An dieser Stelle stand seit der Stadtgründung die alte Leutkirche, die ab 1421 durch einen neuen, mächtigen Baukörper ummantelt wurde.

 

Als Wahrzeichen des ehemals grössten Stadtstaates nördlich der Alpen überragt das Münster auch heute, 600 Jahre nach der Grundsteinlegung, die Berner Altstadt. Grund genug für ein grosses, viertägiges Jubiläumsfest, fanden die Münster-Kirchgemeinde und die Bernische Landeskirche. Leider machte die Pandemie dem Organisationskomitee einen Strich durch die Rechnung. Aus bekannten Gründen musste das Fest abgesagt werden. Gemäss den Plänen des OKs soll es nun vom 10. - 13. März 2022 nachgeholt werden. Das Berner Münster symbolisiert für mich Ermutigung und Aufbruch. Ganz nach dem Motto des ersten Werkmeisters Erhart Küng «machs na» dürfen wir auch in schwierigen Zeiten Neues wagen, mutig sein und vorwärtsschauen.

 

Ein doppeltes Jubiläum feierte an der Jahreswende Friedrich Dürrenmatt, einer der ganz Grossen der deutschsprachigen Literatur: Im vergangenen Dezember jährte sich sein 30. Todestag, im Januar dieses Jahres wäre er 100 Jahre alt geworden. Weltweiten Ruhm erzielte er mit folgenden drei Werken: 1956 mit seiner Tragikomödie «Der Besuch der alten Dame», 1962 mit «Die Physiker» und 1966 mit «Der Meteor», seinem wohl persönlichsten Stück. Im fortgeschrittenen Alter bezog Dürrenmatt als gesellschaftskritischer Autor in Essays, Vorträgen und Festreden unmissverständlich Position zur nationalen und internationalen Politik. Dürrenmatts Doppeljubiläum mahnt uns, kritisch zu bleiben, Behauptungen von Medien, Regierende und Mitmenschen zu hinterfragen, nicht ungeprüft alles zu glauben, was heute ohne Beweis kolportiert wird.

 

50 Jahre Frauenstimmrecht feierten wir im Februar. In der konservativen Schweiz wurde dieses Recht erst durch eine eidgenössische Volksabstimmung am 7. Februar 1971 eingeführt. Bis die Frauen auch in sämtlichen Kantonen stimmberechtigt waren, vergingen weitere zwanzig Jahre: Erst am 27. November 1990 gab das Bundesgericht einer Klage von Frauen aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden recht und öffnete den Appenzellerinnen den uneingeschränkten Weg an die Urnen. Die Feierstunden, Reden und Artikel dieses Frauen-Jubiläums dürfen als Weckruf verstanden werden, dass die Frauen in unserer Gesellschaft noch immer nicht dieselben Chancen haben wie die Männer. Auch 50 Jahre nach Einführung der politischen Gleichberechtigung bleibt noch viel zu tun.

 

In den Jahren 2023 und 2024 wird die Gesellschaft zu Schuhmachern gleich hintereinander zwei wichtige Jubiläen feiern. Vor 650 Jahren, am 1. April 1373, wurde unsere Zunft erstmals als berufliche Korporation in der grossen Handwerksordnung der Stadt Bern erwähnt. Im Jahr 1426 bauten die Schuhmacher an der heutigen Amthausgasse 8/Marktgasse 13 ihr Zunfthaus. Spannende Zusammenhänge über die Entwicklung unserer Zunft von einer beruflichen Korporation zu einer modernen Gesellschaft wird das Schuhmachern-Buch liefern, an dem im Moment rund dreissig Autorinnen und Autoren arbeiten. Mit der Publikation werden bisherige Erkenntnisse ergänzt und die Geschichte unserer Gesellschaft fortgeschrieben und vertieft.

 

Geplant ist auch ein Schuhmachern-Jubiläumsfest: Das Vorgesetztenbott freut sich, Sie zu einem späteren Zeitpunkt zu einem grossen Zunftfest einzuladen. Denn Jubiläen sind immer auch eine Gelegenheit, Traditionen hochzuhalten, Freundschaften zu geniessen und sich am gepflegten Zusammensein zu freuen. Dass dies nach der Bewältigung der Pandemiekrise wieder möglich sein wird, davon bin ich fest überzeugt.

 

Zünftigi Schuemacher-Grüess und häbet Sorg!

 

Michel Voutat, Öje Obme

 

Aktuelle Anlässe (unter Vorbehalt der Covid-Situation)
22.10.2021 19:00
Gablechränzli, Zunftstube
 
03.12.2021 18:30
Grosses Bott, Zunftstube
 
Einladung Zunftmarsch 2021

Der Zunftmarsch ist nur für Gesellschaftsangehörige der Gesellschaft zu Schuhmachern.

Hier finden Sie die Einladung als PDF zum Download

Aktueller Zunftbrief

Hier können Sie den aktuellen Zunftbrief herunterladen. Ältere Ausgaben des Zunftbriefs finden Sie im entsprechenden Ordner (Zunftbriefe, horizontale Naviation).


JuBu

Hier finden Sie die neusten Informationen zur JuBu:

 

JuBu-Infos 2021

Events 2021

SAVE the DATE - Jungbott am 23.10.2021

Antrag für eine Mitgliedschaft im JuBu-Rat

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